Warum Stromabhängigkeit, Preise und Importe die Heizungsfrage verändern. Die Wärmewende wird meist unter Klimaschutzaspekten diskutiert. Doch angesichts steigender Energiepreise, wachsender Stromabhängigkeit und geopolitischer Risiken rückt eine andere Frage stärker in den Mittelpunkt: Wie krisensicher ist unsere Wärmeversorgung? Wer darüber früh nachdenkt, kann Heizsysteme und ihre Abhängigkeiten besser einordnen.
Warum Stromabhängigkeit, Preise und Importe die Heizungsfrage verändern
(DJD). Die Wärmewende wird meist unter Klimaschutzaspekten diskutiert. Doch angesichts steigender Energiepreise, wachsender Stromabhängigkeit und geopolitischer Risiken rückt eine andere Frage stärker in den Mittelpunkt: Wie krisensicher ist unsere Wärmeversorgung? Wer darüber früh nachdenkt, kann Heizsysteme und ihre Abhängigkeiten besser einordnen.
Was viele Heizsysteme abhängig macht
Viele Heizsysteme sind stark vom Strom abhängig. Wärmepumpen, Gas- und Ölheizungen brauchen elektrische Komponenten wie Umwälzpumpen, Steuerungen oder digitale Regeltechnik. Fällt die Stromversorgung aus, stehen diese Anlagen still. Mit der zunehmenden Elektrifizierung der Wärmeversorgung wächst damit die Abhängigkeit von einer stabilen Strominfrastruktur. Kommt es zu größeren Netzstörungen – etwa durch Extremwetter, technische Probleme oder Überlastungen – können Heizsysteme kurzfristig ausfallen. Parallel dazu verändert sich die wirtschaftliche Situation fossiler Energieträger deutlich. Vor allem beim Erdgas rechnen Fachleute in den kommenden Jahren mit weiter steigenden Kosten. Ein wesentlicher Treiber ist der steigende Kohlendioxidpreis. Hinzu kommen weitere Kostenfaktoren wie erhöhte Netzentgelte oder teure Alternativen wie Biomethan. Für Verbraucher bedeutet das eine wachsende Unsicherheit bei fossilen Heizsystemen. Gleichzeitig bleibt Deutschland bei Öl und Gas weiterhin stark von Importen abhängig. Die Energieträger werden größtenteils aus dem Ausland bezogen und unterliegen internationalen Märkten sowie geopolitischen Entwicklungen.
Holz als möglicher Baustein
Vor diesem Hintergrund rücken regionale Energieträger wie Holz stärker in den Fokus. „Holz ist nicht die einzige Lösung, aber ein unverzichtbarer Baustein eines zukunftsfähigen Energiemixes“, sagt Robert Mülleneisen, Vorstandsvorsitzender des GesamtVerband OfenBau e.V. (GVOB). Der Rohstoff wächst in deutschen Wäldern nach, ist weniger abhängig von internationalen Lieferketten und gilt im Vergleich zu fossilen Energieträgern als relativ preisstabil. „Durch nachhaltige Forstwirtschaft und moderne Technik bleibt Holz eine sichere, erneuerbare und klimafreundliche Energiequelle“, so Mülleneisen. Denn seit Jahrzehnten wachse in Deutschland mehr Holz nach, als geerntet werde. Genutzt wird dieser Energieträger vor allem in Kachelöfen, Grundöfen und Kaminen. Moderne Feuerstätten arbeiten mit optimierter Verbrennungstechnik, hoher Effizienz und deutlich reduzierten Emissionen. Häufig lassen sie sich in hybride Heizsysteme integrieren. Aus Sicht des GVOB kann Holz damit dort eine Rolle spielen, wo Haushalte ihre Wärmeversorgung breiter aufstellen und unabhängiger von fossilen Energieträgern werden wollen.