(DJD). Der Druck auf den Wohnungsmarkt bleibt unverändert hoch. Angesichts eines zu geringen Angebots und hoher Mieten wird Wohnen immer stärker zu einem gesellschaftlich brisanten Thema. Neun von zehn Mietern (91 Prozent) halten die Mieten in Ballungszentren für Normalverdiener für nicht mehr bezahlbar. 87 Prozent der Mieter sehen darin eine ernsthafte Gefahr für den sozialen Frieden, das sind nochmals drei Prozent mehr als im Vorjahr. Zu diesen Resultaten kommt das Trendbarometer der Aareal Bank, für das über 5.000 Mieter sowie rund 110 Entscheider aus der Wohnungswirtschaft befragt wurden.

Nebenkosten werden zur Belastungsprobe

Die energetische Sanierung bleibt ebenfalls ein sensibles Thema. 70 Prozent der Mieter befürchten, dass sich dadurch die Situation auf dem Mietmarkt weiter verschärfen wird. Die Antwort auf steigende Nebenkosten: Gut jeder zweite Haushalt (57 Prozent) versucht bereits heute, Energie und Wasser zu sparen. Hinsichtlich der Qualität und Ausstattung ihrer Wohnung zeigt sich nur die Hälfte der Mieter (53 Prozent) aktuell zufrieden, mit den digitalen Services des Vermieters sogar nur ein Viertel. Dabei gelten schnelles Internet und digitale Kommunikation als zentrale Kriterien bei der Wohnungswahl. Auch das Thema Sicherheit gewinnt immer stärker an Bedeutung: Nur einer von drei Befragten (31 Prozent) fühlt sich zu Hause sehr sicher, wobei ein deutliches Stadt-Land-Gefälle erkennbar ist. Insbesondere modernisierte Tür- und Fenstersicherungen und Videoüberwachung würden das Sicherheitsgefühl der Mieter erhöhen.

Mieter fordern mehr Wohnungsbau und Bürokratieabbau

Die Befragung unter Experten der Wohnungswirtschaft zeichnet ein ähnliches Bild: 80 Prozent der Entscheider halten Mieten in Ballungszentren für Normalverdiener für kaum noch bezahlbar. 94 Prozent erwarten, dass energetische Sanierungen den Markt weiter belasten. „Der Bau-Turbo verspricht Entspannung, aber er allein lässt noch keinen neuen, bezahlbaren Wohnraum entstehen. Bauen muss günstiger und renditestärker werden, um private Investitionen anzuziehen. Dazu gehören vor allem die Vereinfachung von Baustandards und die signifikante Beschleunigung der Baugenehmigung“, sagt Lars Ernst von der Aareal Bank. Der Wunsch der Mieter ist laut Trendbarometer klar: Mieter fordern mehr sozialen Wohnungsbau, Bürokratieabbau sowie eine bedarfsgerechte Förderung statt Gießkannenprinzip. Der Erwerb einer Immobilie ist für die allermeisten keine Alternative zum teuren Mieten: Eigentum entwickelt sich zunehmend zum Luxusgut und ist für 82 Prozent der Befragten keine Option.