Das Land Baden-Württemberg stellt rund 300.000 Euro bereit, um die Initialphase eines Innovations- und Transferzentrums für Drohnen und Drohnenabwehr zu finanzieren. Das geförderte Vorhaben läuft über gut fünf Monate und soll wichtige Vorarbeiten leisten: darunter die Erarbeitung von Governance-, Transfer- und Vergabemodellen, die Konzeption modularer Baukästen für Drohnen und Drohnenabwehr sowie den Aufbau eines Industrie- und Anwendernetzwerks.
Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen End-to-End-Ansatz, bei dem das Produktsystem Drohne von der technologie- und anwendungsnahen Entwicklung über modulare Baukästen und skalierbare Produktions- und Lieferkettenkonzepte bis hin zu Erprobung, Demonstration, Transfer und Ausbildung gedacht wird. Als zentraler Standort ist Karlsruhe vorgesehen, wo ein Transfer-, Entwicklungs- und Umsetzungshub für das Innovationsökosystem Drohne und Drohnenabwehr soll etabliert werden.
Übergeordnetes Ziel ist es, die technologische Souveränität, die industrielle Resilienz sowie die sicherheits- und verteidigungsrelevanten Fähigkeiten des Landes im Bereich unbemannter Systeme zu stärken. Das Ministerium betont, dass Baden-Württemberg bisher über keine landeseigene Initiative zu dieser Thematik verfügt — das Vorhaben soll diese Lücke schließen und perspektivisch einen Mehrwert für Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Innovationen im Land schaffen.
Die Konzipierung des Projekts wird von einem Wissenschaftskonsortium bis Ende 2026 umgesetzt. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe, das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Pfinztal sowie das wbk Institut für Produktionstechnik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut begründet das Engagement mit der aktuellen Sicherheitslage: „Die Entwicklung, Verbreitung und Anwendung eigener Drohnenkompetenzen sowie eine entsprechende Abwehr dafür im militärischen und zivilen Einsatz sind dringend notwendig. Die aktuelle Kriegsführung inklusive der dafür notwendigen Aufklärung, sowie unterschiedlichste kriminelle Handlungen setzen massiv auf den Einsatz unterschiedlicher Drohnen, bei denen wir technologisch die Nase vorn haben müssen."
Bei erfolgreichem Aufbau des Zentrums soll das Vorhaben laut Ministerium auch den Hochlauf der Sicherheits- und Verteidigungsbranche vorantreiben und auf die Gesamtverteidigungs- und Abschreckungsfähigkeit Deutschlands einzahlen.
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