Beim ersten Bioenergiegipfel NRW am 9. Oktober 2026 haben Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur, Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen sowie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) und die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate eine gemeinsame Erklärung mit acht Forderungen an die Bundesregierung unterzeichnet. Hintergrund ist das bevorstehende Auslaufen der zwanzigjährigen EEG-Vergütung für viele der rund 1.000 in Nordrhein-Westfalen betriebenen Biogasanlagen.
Die Erklärung enthält konkrete Forderungen zur Anpassung der Förderbedingungen: Die Ausschreibungsmengen für Biomasse sollen ab 2027 auf 2.500 Megawatt pro Jahr steigen, der Flexibilitätszuschlag auf mindestens 130 Euro je Kilowatt und Jahr erhöht und die zweite Vergütungsperiode auf 15 Jahre verlängert werden.
Ministerin Neubaur betonte, Bioenergie liefere Strom und Wärme auch dann, wenn Wind und Photovoltaik nicht ausreichen, und stabilisiere die Netze. Wer in eine Anlage investiere, brauche Sicherheit für die nächsten 15 Jahre. Landwirtschaftsministerin Gorißen hob hervor, Biogas erzeuge regionale Wertschöpfung auf landwirtschaftlichen Betrieben und helfe, Methanemissionen aus Wirtschaftsdüngern zu vermeiden, indem die Vergärung in gasdichten Anlagen stattfinde.
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser erklärte, Bioenergie verbinde Versorgungssicherheit mit wirtschaftlicher Teilhabe in ländlichen Regionen, benötige dafür aber verlässliche Rahmenbedingungen. Hans-Josef Vogel, Vorstandsvorsitzender des LEE NRW, forderte, dem Gipfeltreffen müssten konkrete Schritte in Berlin folgen. Christian Mildenberger, Geschäftsführer von NRW.Energy4Climate, erklärte, mit der unterzeichneten Erklärung setze Nordrhein-Westfalen ein klares Signal, die Potenziale der Bioenergie stärker zu nutzen.
Die Landesregierung hatte zu Beginn des Jahres bereits das Impulsprogramm Bioenergie NRW beschlossen, um Weiterentwicklung und Flexibilisierung des Anlagenbestandes anzustoßen. Beim Gipfel tauschte sich Neubaur mit Fachleuten über Zukunftsfragen der Bioenergie aus; ergänzende Fachvorträge widmeten sich unter anderem einer laufenden Potenzialstudie Bioenergie NRW, flexiblen Netzanschlussvereinbarungen und der weiteren Nutzung von Biomethan.
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