Bei der Landtagswahl am 20. September sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, den Schweriner Landtag neu zu bestimmen. Nach der letzten Sonntagsfrage von infratest dimap vor der Wahl käme die AfD auf 38 Prozent — ein Plus von drei Prozentpunkten gegenüber Anfang September. Die SPD, die den Nordosten seit 1998 regiert und seit 2021 gemeinsam mit der Linkspartei die Landesregierung stellt, läge mit 33 Prozent (+1) dahinter.

Damit würde die SPD ihr Ergebnis von 2021 (39,6 Prozent) deutlich verfehlen, während die AfD ihr damaliges Resultat von 16,7 Prozent mehr als verdoppeln würde. Die Linke könnte mit 9 Prozent rechnen (2021: 9,9 Prozent), die CDU mit 7 Prozent (2021: 13,3 Prozent). Die Grünen lägen mit 5 Prozent knapp an der Mandatsschwelle (2021: 6,3 Prozent). Das BSW käme mit 4 Prozent nicht in den Landtag; ebenso viele Stimmen entfielen zusammen auf die übrigen Parteien, darunter die FDP, die 2021 noch 5,8 Prozent erreicht hatte.

Trotz des starken Abschneidens der AfD in der Sonntagsfrage überwiegt im Nordosten der Wunsch nach politischer Kontinuität: 55 Prozent der Wahlberechtigten favorisieren eine Fortsetzung SPD-geführter Landesregierungen, während 32 Prozent einen Regierungswechsel zugunsten der AfD bevorzugen.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig genießt dabei einen deutlichen Sympathievorsprung: 58 Prozent der Wahlberechtigten äußern sich positiv über die SPD-Politikerin. In der direkten Gegenüberstellung zieht sie 59 Prozent der Befragten gegenüber AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm vor, dem 28 Prozent den Vorzug geben. Holm sowie Linken-Vize-Ministerpräsidentin Simone Oldenburg kommen jeweils auf einen Zuspruch von 27 Prozent. CDU-Kandidat Daniel Peters (13 Prozent) und Grünen-Spitzenkandidatin Claudia Müller (10 Prozent) sind einer Mehrzahl der Wahlberechtigten im Land kein Begriff.

Infratest dimap weist darauf hin, dass Rückschlüsse von der Sonntagsfrage auf das tatsächliche Wahlergebnis nur begrenzt möglich sind. Für 74 Prozent der Wahlberechtigten steht die Entscheidung nach eigenen Angaben fest; 10 Prozent geben an, ihre Präferenz könnte sich bis zum Wahltag noch ändern. Ein Sechstel (16 Prozent) tendiert zur Nichtwahl oder lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.

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