Baden-Württemberg will seine unterdurchschnittlichen Impfquoten mit einem breit angelegten Aktionsplan anheben. Das Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit hat das Programm „Impfen in Baden-Württemberg stärken" in der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen gemeinsam mit zahlreichen Akteuren aus dem Gesundheitswesen erarbeitet und verabschiedet.
Wie groß der Handlungsbedarf ist, verdeutlichen die Zahlen zur HPV-Impfung: Laut Daten des Robert Koch-Instituts waren 2024 nur 42 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 26 Prozent der 15-jährigen Jungen in Baden-Württemberg vollständig gegen Humane Papillomviren geimpft. Bundesweit lagen die Quoten bei 55 beziehungsweise 36 Prozent. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren.
Der Aktionsplan bündelt Maßnahmen in fünf Handlungsfeldern: bessere Information für Bevölkerung und Fachpersonal, niedrigschwelligerer Zugang zu Impfangeboten, stärkere Nutzung digitaler Möglichkeiten zur Erkennung von Impflücken und zur Erinnerung an anstehende Impfungen, Prüfung geeigneter Vergütungs- und Anreizmodelle sowie verbesserte Vernetzung der beteiligten Akteure — auch auf kommunaler Ebene.
Gesundheitsminister Oliver Hildenbrand erklärte am 15. September in Stuttgart: „Impfen ist eine der einfachsten und wirksamsten Möglichkeiten, sich selbst und andere zu schützen. Jede Impfung zählt. Mit unserem neuen Aktionsplan wollen wir Impfangebote verbessern, Information und Aufklärung ausweiten und den Impfschutz stärken." Als Ziel nannte er weniger Impflücken, höhere Impfquoten und mehr Schutz für die Menschen im Land.
Hinter dem Plan steht eine breite institutionelle Allianz. Zu den Unterstützern zählen unter anderem die AOK Baden-Württemberg, die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg, die Landesärztekammer, der Hausärztinnen- und Hausärzteverband, die Landesapothekerkammer sowie mehrere gesetzliche Krankenkassen, darunter der Verband der Ersatzkassen mit Mitgliedskassen wie der Techniker Krankenkasse und BARMER. Auch Hebammenverband, Pflegeberufsverband, Landesfamilienrat und Landesseniorenrat haben den Plan unterzeichnet.
Dieser Artikel basiert auf einer geprüften Primärquelle. Der Text wurde vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft und einem Faktencheck unterzogen.


