Baden-Württembergs Digitalisierungsministerium hat am 9. Oktober 2026 im Haus der Wirtschaft in Stuttgart 62 Kommunen mit dem Titel „Gigabitkommune@BW" ausgezeichnet. Den zusätzlichen „Gigabit-Award" erhielten 17 dieser Kommunen, die eine Gigabitversorgung von über 97,9 Prozent der Haushalte erreicht haben und damit faktisch eine flächendeckende Versorgung ihres Gemeindegebiets vorweisen können. Die Auszeichnung setzt eine Gigabitverfügbarkeit von mindestens 90 Prozent voraus.
Stv. Ministerpräsident und Digitalisierungsminister Manuel Hagel betonte bei der Veranstaltung, Digitalisierung beginne vor Ort – beim Planen, Genehmigen, Graben und Bauen. „Diese Auszeichnung macht sichtbar, was durch die enge Zusammenarbeit von Kommunen, Telekommunikationsunternehmen, dem Land und Bund erreicht werden kann", sagte Hagel. Die ausgezeichneten Kommunen seien „Vorreiter einer digitalen Zukunft für Baden-Württemberg".
Chief Digital Officer Ronja Kemmer verwies auf den langjährigen Aufwand hinter den Zahlen: Schnelles Internet sei heute so wichtig wie Straßen, Schienen oder Strom. Die ausgezeichneten Kommunen hätten das Fundament für die digitale Zukunft ihrer Heimat gelegt.
Finanziell stützt sich der Ausbau auf erhebliche öffentliche Mittel: Seit 2016 wurden 3.793 Förderprojekte mit 3,52 Mrd. Euro vom Land und weiteren 3,85 Mrd. Euro vom Bund – zusammen rund 7,37 Mrd. Euro – bezuschusst. Im laufenden Doppelhaushalt 2025/2026 stellt das Land erneut 1,1 Mrd. Euro bereit. Die bekannten Breitbandprojekte führen laut Ministerium zu einer prognostizierten Gigabitverfügbarkeit von annähernd 90 Prozent landesweit; die Glasfaserverfügbarkeit steuert auf rund 60 Prozent zu.
Das Ministerium räumt zugleich ein, dass der weitere Ausbau anspruchsvoll bleibt: Die Marktbedingungen hätten sich verschärft, einige Unternehmen bewerteten Projekte neu. Als Antwort darauf setzt das Land auf den Glasfaserpakt Baden-Württemberg, der eigenwirtschaftlichen und geförderten Ausbau verzahnen soll. Dort, wo der Markt die Versorgung nicht regelt, fördert das Land gezielt.
Die Auswahl der ausgezeichneten Kommunen basiert auf den im Breitbandatlas des Bundes veröffentlichten Versorgungsdaten. Das Kompetenzzentrum Breitband und Mobilfunk beim Innenministerium stellt den Kommunen im Nachgang ein digitales Medienpaket für ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.
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