Elf Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September kommt die AfD laut der letzten Vorwahlerhebung von infratest dimap auf 42 Prozent – ein Plus von einem Prozentpunkt gegenüber der Messung Ende Juli und nahezu eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2021 (20,8 Prozent). Damit würde die Partei nach diesen Zahlen ihr bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl bundesweit erzielen. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, über die Zusammensetzung des Magdeburger Landtags zu entscheiden.
Die CDU, die im Land seit 2002 den Ministerpräsidenten stellt, käme demnach auf 22 Prozent – nach 37,1 Prozent im Jahr 2021 und zwei Prozentpunkte weniger als noch Ende Juli. Das entspräche dem historischen Tiefstand der Partei in Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 1998. Die übrigen Parteien bewegten sich etwa auf dem Niveau von 2021: Die Linke käme auf 11 Prozent, die SPD auf 8 Prozent, die Grünen auf 6 Prozent. Das 2024 gegründete BSW würde mit 4 Prozent an der Mandatsschwelle scheitern, die FDP mit 3 Prozent (2021: 6,4 Prozent).
Bei einem solchen Wahlergebnis wäre ein Regieren ohne die AfD für Ministerpräsident Schulze nur mit der Unterstützung aller übrigen Landtagsparteien möglich. Die absolute Mehrheit würde die AfD verfehlen. Das Meinungsbild der Bevölkerung zur künftigen Regierungsführung ist nahezu gespalten: 42 Prozent favorisieren eine AfD-geführte, 41 Prozent eine CDU-geführte Landesregierung. Eine mehrheitliche Unterstützung für eine CDU-geführte Landesregierung besteht laut Umfrage allein bei den Über-65-Jährigen. Ähnlich gespalten ist das Bild beim Ministerpräsidenten-Duell: In der direkten Entscheidung zwischen Schulze und AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund favorisieren 41 Prozent den Amtsinhaber, 39 Prozent den Herausforderer. Auch hier sprechen sich nur die Über-65-Jährigen mehrheitlich für Schulze aus.
Ein mögliches Regierungsmodell, das eine CDU-Minderheitsregierung auf die Unterstützung der Linken stützen würde, stößt auf breite Skepsis: Nur 32 Prozent der Wahlberechtigten bewerten eine solche Konstellation positiv, 59 Prozent kritisch. CDU-Anhänger sind in dieser Frage gespalten (47 zu 47 Prozent), während Anhänger von SPD, Grünen und Linken mehrheitlich dafür sind.
Infratest dimap weist darauf hin, dass gut jeder zehnte Wahlberechtigte (11 Prozent) die eigene Parteipräferenz als noch veränderlich beschreibt, und etwa jeder Fünfte (19 Prozent) zur Nichtwahl tendiert oder bislang keine Parteineigung erkennen lässt. Rückschlüsse auf den tatsächlichen Wahlausgang seien daher nur begrenzt möglich. Die Erhebung basiert auf 1.511 zufallsbasierten Telefon- und Online-Interviews.
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