Die Bundesregierung verhandelt derzeit umfangreiche Reformen in den Bereichen Rente, Gesundheit, Arbeitsmarkt und Steuern — doch in der Bevölkerung überwiegt die Skepsis. Laut einer Erhebung von infratest dimap fürchtet mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen, im Alter mit Geldproblemen konfrontiert zu sein. Gut drei Viertel der Deutschen sorgen sich zudem um den Wirtschaftsstandort Deutschland, mehr als noch im vergangenen Herbst. Aktuell fürchtet fast jeder vierte Erwerbstätige um seinen Arbeitsplatz.
Reformvorschläge: Teils Zustimmung, teils Ablehnung
Eine von der Regierung eingesetzte Kommission hat mehrere Reformvorschläge vorgelegt. Einige Eckpunkte finden dabei deutlichen Anklang: Eine breitere Finanzierungsbasis der gesetzlichen Rente durch die Einbindung von Politikern, Selbständigen und Vorständen von Aktiengesellschaften wird positiv aufgenommen. Auch die Einführung einer kapitalgedeckten Zusatzrente, paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert, wird mehrheitlich befürwortet. Unpopulär hingegen sind Einschnitte wie die Kopplung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung sowie die Abschaffung des vorgezogenen abschlagsfreien Renteneintritts für langjährig Versicherte.
In der Gesamtschau fällt das Urteil verhalten aus: Nur drei von zehn Bundesbürgern erwarten durch das Reformpaket mehr Generationengerechtigkeit — unter den unter 35-Jährigen ist es sogar nur jeder Fünfte. An eine zukunftssichere Alterssicherung durch die Reformen glaubt gut jeder Dritte. Besonders skeptisch zeigen sich Anhänger der Linken und der AfD.
Klimaschutz bleibt Mehrheitsanliegen
Zwei Drittel der Deutschen zeigen sich beunruhigt über die Folgen des Klimawandels — mehr als zu Beginn des Vorjahres, wenngleich das Thema Wirtschaftsstandort derzeit mehr Menschen bewegt. Eine De-Priorisierung des Klimaschutzes kommt für eine Mehrheit dennoch nicht infrage. Kaum jemand sieht die Politik aktuell nicht in der Pflicht, mit Investitionen die öffentliche Infrastruktur hitzeresistenter zu machen. Einer stärkeren CO2-Besteuerung stehen die Deutschen hingegen weiterhin kritisch gegenüber; beim Klimaschutz sehen sie eher die Wirtschaft als die Konsumenten in der Pflicht.
Regierung und Kanzler mit schwachen Werten
Die laufenden Reformdebatten haben der Bundesregierung bisher keinen Stimmungsaufschwung gebracht. Lediglich 13 Prozent der Wahlberechtigten sind mit der Regierungsarbeit zufrieden — ein Punkt mehr als im Vormonat. Kanzler Friedrich Merz kommt auf einen Zustimmungswert von 13 Prozent, drei Punkte weniger als zuletzt und damit ein neuer Tiefstand. Vizekanzler Lars Klingbeil verharrt bei 21 Prozent. AfD-Chefin Alice Weidel wird von gut jedem Vierten positiv bewertet.
Sonntagsfrage: Union auf tiefstem Stand seit 2021
In der Sonntagsfrage liegt die AfD mit unverändert 27 Prozent weiterhin vor der Union. Die CDU/CSU fällt um einen Punkt auf 22 Prozent — den niedrigsten Wert seit November 2021. Die SPD gibt ebenfalls einen Punkt nach und kommt auf 12 Prozent. Grüne und Linke verbessern sich jeweils um einen Punkt auf 15 beziehungsweise 11 Prozent. Die FDP liegt bei 4 Prozent und würde damit an der Mandatsschwelle scheitern. Grundlage der Erhebung sind Interviews mit 1.317 Befragten, durchgeführt per Telefon und online.
Für die Erstellung dieses Artikels wurden mehrere verifizierte Quellen sowie künstliche Intelligenz herangezogen. Vor der Veröffentlichung wurde der Inhalt von unserer Redaktion geprüft. Kennzeichnung gemäß Artikel 50 der EU-KI-Verordnung (AI Act).


